Weihnachten
Das ist die Nacht in der wir Heimweh haben
Nach Tagen einer längst verklungenen Zeit,
Nach Menschen die uns Schönes gaben,
Nach Stätten die unendlich weit.
Dies ist die Nacht, in der wir Rückschau halten,
Und unsern Weg betrachten wie ein Bild,
In der wir still die Hände über Gräbern falten,
Von Freunden, die den Lauf erfüllt.
Dies ist die Nacht der großen Einsamkeiten,
Wo jeder Stille wird in seinem Leib
Und nur die Kinder ihren Jubel breiten
Um unsere Wunden, wie ein goldnes Kleid.
Dies ist die Nacht, in der sich Gottes Liebe,
Voll Gnaden über unser Leben neigt,
Weil er den Heiland uns gegeben,
Der uns den Weg zur Heimat zeigt.
Erich Schneider
Ingolstadt
† 19.11.2008