1805 An der Abtsdorfer Kirchenburg werden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt.
1848-1849 Die Revolution erfasst auch Siebenbürgen. Die Leibeigenschaft wird aufgehoben, Abtsdorf wird eine freie Gemeinde.
1856 Das heutige spätbarocke Taufbecken wird errichtet.
1861 Die Evangelische Kirche Siebenbürgens erhält eine neue Verfassung.
1867 Siebenbürgen wird mit dem österreichisch-ungarischen Ausgleich integraler Teil Ungarns. Georg Daniel Teutsch wird Sachsenbischof mit Sitz in Hermannstadt.
1872 Die Abtsdorfer Kirchengemeinde wird dem Mediascher Kirchenbezirk zugeordnet, dem sie mit kleinen Unterbrechungen bis zu ihrer Auflösung 1988 angehört.
1873 Am 16. August vernichtet ein Großbrand die Scheunen und zum Teil auch die Stallungen der westlichen Hälfte der Neugasse und der östlichen Hälfte der Hauptgasse.
1874 Der Maisanbau nimmt in Abtsdorf fast die Hälfte der Anbaufläche ein.
1876 Durch die ungarische Verwaltungsreform werden die alten Selbstverwaltungs- gebiete in Siebenbürgen aufgehoben, der Königsboden als autonome Verwaltungseinheit der Siebenbürger Sachsen hört auf zu bestehen. Aufgrund der Einteilung Siebenbürgens in Komitate wird Abtsdorf dem Großkokler Komitat zugeschlagen, bei dem es bis nach dem Zweiten Weltkrieg verbleibt.
1880 In Abtsdorf kommt die erste Dreschmaschine (eine sogenannte Göpelmaschine mit Pferdeantrieb) zum Einsatz und ersetzt den bis dahin üblichen Dreschflegel. Am 2. August führt Bischof Georg Daniel Teutsch die Kirchenvisitation in Abtsdorf durch. 27 Burschen und 16 Mädchen besuchen die Abtsdorfer Fortbildungsschule.
1883 Abtsdorf zählt zu den 20 von 227 siebenbürgischen Gemeinden mit sächsischem Bevölkerungsanteil, in denen der gesamte Grundbesitz ausschließlich sächsischen Besitz darstellt, und zu den 60 Gemeinden, wo der Anteil der Sachsen bei über 70 % liegt. Dieses günstige Verhältnis kann bis 1944 beibehalten werden, als der sächsische Bevölkerungsanteil immerhin 76,7 % ausmacht. Nach einer Erhebung wird die Abtdorfer Gemarkung von insgesamt 2.251 Joch (= 1295, 45 Hektar) wie folgt genutzt: 1.030 Joch Ackerland, 269 Joch Gärten und Wiesen, 569 Joch Weideland und 93 Joch Hofgrundstücke und Ödland.
1887 Die Abtsdorfer kaufen vom Malmkroger Grafen Ugron eine Hutweide mit angrenzendem Waldstück (insgesamt 76 Hektar), wo sie in der Folgezeit im Sommer das Jungvieh halten.
1893 Der evangelische Ortsfrauenverein erhält eine neue Satzung.
1894 Der seit 1712 vorhandene Barockaltar wird durch einen neugotischen Altar ersetzt.
1895 Die Viehzählung in Abtsdorf ergibt folgenden Viehbestand: 118 Ochsen, 51 Kühe, 26 Kälber, 191 Büffel, 192 Pferde, 209 Schweine, 173 Schafe, 3 Ziegen, 72 Bienenstöcke und 1.530 Geflügel.
1898 Karl Einschenk baut die heutige Orgel mit einem Manual und neun Registern. 1900 - In Abtsdorf wird die Kommassation (Flurbereinigung) durchgeführt. Damit 1904 verringert sich die Zahl der Katasterparzellen von 4.335 (Stand: 1883) auf nun 959. Die durchschnittliche Parzellengröße wächst von 0,30 Joch (0,17 Hektar) auf 1,36 Joch (0,78 Hektar).
SEITENANFANG