Wappen

Abtsdorf (bei Agnetheln)
- ein ehemals deutsches Dorf in Siebenbürgen

Zeittafel zur Geschichte der Gemeinde Abtsdorf
Quelle: Abtsdorf-ein ehemals deutsches Dorf in Siebenbürgen, Seite 621-627



Zeitraum 1601 - 1800

1619-1648 Die Fürsten Siebenbürgens nehmen am Dreissigjährigen Krieg teil.

1620 Mit Georg Tinnes wird erstmals in Abtsdorf ein Hann (Bürgermeister) namentlich genannt.

1671 Pfarrer Peter Hamlescher legt die Taufmatrikeln der Abtsdorfer Kirchengemeinde an.

ab 1683 Die Habsburger erobern Ungarn und Siebenbürgen

1688 Der siebenbürgische Landtag sagt sich von der türkischen Oberhoheit los und erkennt Kaiser Leopold von Österreich als Oberherrn an.

1698 In Abtsdorf werden 74 Hauswirte gezählt, von denen 67 als Deutsche, 7 als Rumänen bezeichnet werden. Es ist das erste Mal, dass in Abtsdorf Rumänen erwähnt werden.

1700 Aus einem Kommissionsbericht geht hervor, dass die Abtsdorfer viel zu wenig Acker- und Wiesengrund besitzen; aber auch Wald ist nicht genügend vorhanden, um ihren Holzbedarf zu decken. Viele Hofbesitzer sind bei reichen Agnethlern verschuldet. Grundstücke und Weinberge haben sie auf fremdem Hattert.

1722 In Abtsdorf werden 68 sächsische Hauswirte und 13 rumänische Häusler (ohne Grundbesitz) gezählt. Sie wohnen in Holzhäusern, die mit Schilf und Stroh gedeckt sind. Am Abtsdorfer Bach, und zwar unterhalb der Gemeinde beim "Milerech", betreiben die Abtsdorfer eine gemeindeeigene Mühle mit einem Mahlstein. Wann die Mühle errichtet wurde, bleibt unbekannt. Es wird erstmals der Anbau von Mais erwähnt. In Abtsdorf werden 194 Ochsen, 211 Kühe und Färsen, 81 Pferde , 460 Schweine, 240 Schafe und Ziegen sowie 25 Bienenstöcke gezählt. Die Abtsdorfer keltern von den auf Birthälmer Gemarkung bearbeiteten Weingärten (18 Joch = 10,4 Hektar) insgesamt 3.458 Eimer Weinmost.

1734 Die Abtsdorfer errichten am Rohrbach eine zweite Wassermühle. Petrus Sutoris wird als erster Abtsdorfer Schulrektor namentlich genannt.

1745 Auf einer Bruderschaftsfahne sind die Namen der beiden Amtsbrüder Andreas Kessler (Altknecht) und Johannes Sturm (Jungaltknecht) verzeichnet.

1748 An der Abtsdorfer Kirche werden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Das Schindeldach wird durch ein Ziegeldach ersetzt, Mauern und Strebepfeiler werden von Grund auf repariert.

1750 In Abtsdorf wohnen neben 72 sächsischen und 17 rumänischen auch 3 zigeunerische Familien.

1751 In einem Verzeichnis der Kirchengrundstücke wird zum ersten Mal die Dreiteilung der Abtsdorfer Gemarkung in "Oberes Feld Magarei zu", "Unteres Feld Bürkös zu" und "Rohrfeld" genannt.

1763 Das Chor der Abtsdorfer Kirche wird umgebaut, die Holzdecke durch das heutige Stichkappentonnengewölbe ersetzt.

1765 Siebenbürgen wird Grossfürstentum.

1770 Die flache Holzdecke des Kirchenschiffs wird durch das heutige Tonnengewölbe mit Stichkappen über den Fenstern ersetzt.

1774-1787 Der Siebenbürger Sachse Samuel von Brukenthal ist Gubernator von Siebenbürgen. Seine reichen Kunstsammlungen bildeten später den Grundstock für das Brukenthal-Museum in Hermannstadt, eines der reichhaltigsten Museen in Südosteuropa.

1781 Kaiser Josef II. erlässt das sogenannte Konzivilitätsedikt, wodurch das ausschliessliche Besitz- und Bürgerrecht der Siebenbürger Sachsen auf Königsboden aufgehoben wird. In der Folgezeit konnten sich Rumänen und Zigeuner ungehindert auf Sachsenboden niederlassen und dort Grund und Boden erwerben. Bereits 1839 hatten die Rumänen die Mehrheit auf dem Königsboden.

1786 In der Abtsdorfer Schule werden 50 Kinder (29 Jungen und 21 Mädchen) von einem namentlich nicht genannten Schulmeister unterrichtet. Die erste österreichische Volkszählung verzeichnet in Abtsdorf 76 Wohnhäuser mit 88 Familien und 424 Einwohnern.

1788 In Abtsdorf leben 72 sächsische Wirte auf 58 Höfen, zudem 15 Rumänen- und 11 Zigeunerfamilien. Erstmals wird in Abtsdorf ein Schulhaus (domus scholastica) erwähnt.

1790 Das so genannte Kuriatvotum wird aufgehoben. Das Kuriatvotum bestand darin, dass jeder der drei privilegierten Stände - Ungarn, Szekler und Sachsen - unabhängig von der Zahl seiner Vertreter im Landtag zu Klausenburg nur eine Stimme hatte. So waren die Beschlüsse des Landtags nur dann gültig, wenn jeder Stand seine Zustimmung gab. Die Aufhebung des Kuriatvotums kam vor allem dem ungarischen Adel zugute, da er die überwältigende Mehrheit im Landtag hatte.

1799 Der mit einem steilen Pyramidendach versehene viergeschossige Glockenturm wird westlich von der Kirche und getrennt von ihr durch den Birthälmer Baumeister Michael Salzer in der heutigen Gestalt gebaut.

um 1800 In Abtsdorf wird der evangelische Friedhof an seinem jetzigen Platz angelegt.

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